Geschichte

Geschichte

Geschichte des Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie Kassel (DPG)

(R. Haar, H. Neun, H. Wellendorf)

Das Institut versteht sich seit der Gründung (1993) als eine Aus- und Weiterbildungsstätte für Psychoanalytiker und analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Es orientiert sich an den Weiterbildungsrichtlinien der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft („DPG“), der Ständigen Konferenz der Ausbildungsstätten für analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in der Bundesrepublik Deutschland („Stäko“) und der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie („DGPT“). Seit dem 01.01.1999 findet am Institut auch die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und zum analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nach dem „PsychThG“ statt.

Auf Anregung von Vorstandsmitgliedern des Göttinger Psychoanalytischen Instituts (Prof. Dr. phil. H. Friedrich, Frau Dipl.-Psych. G. Herdieckerhoff-Sanders) schlossen sich Göttinger Institutsmitglieder, die im Raum Kassel ansässig waren, 1990 zu einer Planungsgruppe zusammen.

Zunächst traf sich diese Gruppe zum Austausch über Fallberichte. Von Beginn an war das Einbeziehen von Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten vorgesehen. Deshalb wurde auch R. Haar, damals Ausbildungsleiter der KJP am Göttinger Institut, zu den Treffen eingeladen. Die Planungsgruppe traf sich dann in einem noblen Rahmen im Schloß Waldeck am Edersee, wo Einzelheiten einer Institutsgründung besprochen wurden. Die Arbeit sollte auch angenehm und lustvoll sein.

Mitglieder dieser Arbeitsgruppe gründeten bald darauf eine DPG-Arbeitsgruppe, die im Mai 1993 offiziell in die Deutsche psychoanalytische Gesellschaft (DPG) aufgenommen wurde.
Schon anläßlich der Gründungsversammlung dieser Arbeitsgruppe wurde vereinbart, in absehbarer Zeit eine „Zweigstelle“ des Göttinger Psychoanalytischen Instituts vorzubereiten. In der Kasseler Region ansässige Weiterbildungsteilnehmer des Göttinger Psychoanalytischen Instituts hatten nämlich schon einige Jahre vorher dem Göttinger Vorstand den Wunsch vorgetragen, ihre Weiterbildung zumindest in einem wesentlichen Teil im Raum Kassel absolvieren zu können. Vom damaligen Vorstand wurde die Leiterin der Lehrveranstaltungen, Frau Dr. med. A. Massing, beauftragt, zusammen mit der Kasseler DPG-Arbeitsgruppe (Sprecherin Frau Dipl.-Psych. Wellendorf) ab Sommersemester 1993 parallel zu den Lehrveranstaltungen des Göttinger Instituts Theorieveranstaltungen in Kassel anzubieten. Dieses Probesemester in Räumlichkeiten der Habichtswaldklinik entsprach nicht nur dem Wunsch der Kasseler Weiterbildungsteilnehmer, sondern schaffte auch eine Klärung über die Voraussetzungen eines eigenständigen Lehrbetriebes im Raum Kassel.

Der Ende 1992 bestehenden Planungsgruppe innerhalb der DPG-Arbeitsgruppe gehörten  folgende Mitglieder an: Frau Dipl.-Psych. G. Beckenbach, Herr Dr. med. P. Bernhard, Herr R. Haar, Herr Dr. med. A. Harrach, Herr Dr. med. H. Neun, Frau Dipl.-Psych. A.-M. Schlösser, Frau Dipl.-Psych. U. Sperling und Frau Dipl.-Psych. H. Wellendorf-Paul (Leiterin der DPG-Arbeitsgruppe). Durch Vorarbeit dieser Planungsgruppe konnte am 28.10.1993 auf einer Gründungsversammlung die Satzung des Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie der DPG Kassel e. V. verabschiedet werden.

DPG-Gründungsmitglieder waren: Frau Dipl.-Psych. G. Beckenbach, Herr Dr. med. P. Bernhard, Herr Dipl.-Psych. B. Federlein, A. Harrach, Herr Dr. med. H. Neun, Herr Dr. med. J. Schlosser, Frau Dipl.-Psych. A.-M. Schlösser, Frau Dipl.-Psych. U. Sperling, Frau Dipl.-Psych. H. Wellendorf-Paul, Frau Dipl.-Psych. H. Werner, Herr Dr. med. J. Wienforth.

Der Gründungsversammlung gehörten auch die analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten an, die auch schon vorher ständige Gäste in der DPG-AG Kassel waren. Ihre Beteiligung an der Gründung wurde in einem inoffiziellen Dokument festgehalten. Sie wurden in der anschließenden ersten Mitgliederversammlung des neu gegründeten Instituts als Institutsmitglieder aufgenommen (M. Ehrenberg-Haar, W. Neuenhagen-Poppe, R. Haar, U. Neuner, Dr. G. Wiegand und A. Wittenberger). Es folgte die 1. Wahl des Instituts im Aufbau“.

In den Vorstand wurden als 1.Vorsitzender Herr Dr. med. Neun, als stellvertretende Vorsitzende Frau Dipl.-Psych. Schlösser, als Geschäftsführer Herr Dr. med.  Harrach, als Leiter des Weiterbildungsausschusses Psychoanalyse Herr Dr. med. Bernhard, als Leiter des Weiterbildungsausschusses analytische Kinder- und Jugendpsychotherapie Herr Haar, als Leiterin des Lehranalytikergremiums Frau Dipl.-Psych. Sperling gewählt. Frau Dipl.-Psych. Wellendorf-Paul war als Leiterin der DPG-Arbeitsgruppe Kassel und Delegierte im erweiterten Vorstand der DPG ebenfalls im Vorstand.

Die Geschäftsstelle des Instituts wurde in den Praxisräumen von Herrn Dr. med. Harrach, Falkensteinstr. 23 in 34132 Kassel eingerichtet. Die Lehrveranstaltungen fanden weiterhin in den Veranstaltungsräumen der Habichtswaldklinik in Kassel statt. Noch im Laufe des Wintersemesters 1993/94 erfolgte eine gemeinsame Vorstandssitzung des Göttinger und Kasseler Institutes, in dem Einzelheiten der zukünftigen Kooperation festgelegt wurden.

Im März 1994 hatte sich ein fester Kreis von Weiterbildungsteilnehmern für das neue Institut formiert. Im Sommersemester 1996 befanden sich in der Weiterbildung „Psychoanalyse Erwachsene“ 16 Kandidaten, in der Weiterbildung „analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“ 17 Kandidaten, in der informatorischen Fortbildung 4 Kandidaten. Die Aus- und Weiterbildung konnte inzwischen in vollem Umfang und in eigenen Institutsräumlichkeiten in der Frankfurter Straße 86 in Kassel stattfinden.

Nach vier Jahren Amtszeit schieden Frau Dipl.-Psych. Sperling und Herr Dr. med. Neun 1997 aus dem Vorstand aus. Herr Dr. med. Bernhard übernahm den 1. Vorsitz. Frau
A.-M. Schlösser wurde als stellvertretende Vorsitzende in ihrem Amt bestätigt, neue Geschäftsführerin wurde Frau Dipl.-Psych. Beckenbach, Leiterin des WBA PSA wurde Frau Dipl.-Psych. Wellendorf-Paul, Leiter des WBA aKJP blieb Herr Haar, Herr Dr. med. Harrach schied als Geschäftsführer aus und wurde Leiter des Lehranalytikergremiums; Leiterin der DPG-AG und Delegierte im erweiterten Vorstand der DPG war inzwischen Frau Dipl.-Psych. Werner.

Das Institut ist seit Februar 1998 ein nach den KBV-Richtlinien anerkanntes psychoanalytisches Institut und hat 2000 auch die staatliche Anerkennung für die Ausbildung im Erwachsenenbereich gemäß PsychThG bekommen, 2001 folgte die Anerkennung für den Kinder- und Jugendlichenbereich.

Bei der Vorstandswahl 1999 wurde Herr Dr. med. Bernhard in seinem Amt als 1. Vorsitzender bestätigt, schied Frau Dipl.-Psych. Schlösser als stellvertretende Vorsitzende aus und Herr Haar wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, Frau Dipl.-Psych. Beckenbach als Geschäftsführerin, Frau Dipl.-Psych. Wellendorf-Paul als Leiterin des WBA PSA, Herr Dr. med. Harrach als Leiter des Lehranalytikergremiums wurden bestätigt, Frau A. Wittenberger wurde neue Leiterin des WBA aKJP; Frau Dipl.-Psych. Werner war weiterhin im Vorstand als Leiterin der DPG-Arbeitsgruppe und Delegierte im erweiterten Vorstand der DPG. Dem Vorstand gehörten weiterhin an: Frau Wilma Neuenhagen-Poppe als Leiterin der VaKJP-Arbeitsgruppe Kassel, für ein Jahr kooptiert wurde Herr Dr. med. Neun. Leiterin der Institutsambulanz für Erwachsene wurde Frau Dipl.-Psych. Beckenbach (vormals Herr Dr. med. Harrach), Leiterin der Institutsambulanz für aKJP war Frau Dr. med. A. Massing.

Aufgrund der berufspolitischen Situation (Beendigung des Beauftragungsverfahrens im Juli 2000) konnte Frau Massing die Ambulanz aKJP nicht weiterführen, so dass Frau Ehrenberg-Haar und Frau Neuner als Leiterinnen der Ambulanz für aKJP benannt wurden. Seit IV/2000 bei aKJP und ab 15. Jan. 2001 im Bereich PSA ist die Institutsambulanz eingerichtet. Ärztliche Anamnesenerheber und Praktikanten können sie ebenfalls nutzen. Leiter für die ärztlichen WBT wurde Herr Dr. med. Neun.

Bei den Vorstandswahlen im August 2001 wurde der alte Vorstand bestätigt. Eine Änderung hatte sich lediglich insofern ergeben, als Frau Marieanne Simon bereits mit dem WS 2000/2001 als neue Leiterin der VaKJP-Arbeitsgruppe Kassel anstelle von Frau Neuenhagen-Poppe dem Vorstand beigetreten war. Mit dem WS 2002/2003 übernahm dann Frau Gisela Wiegand diese Funktion.

Im Februar 2003 gab es 30 Kandidaten in der Aus- und Weiterbildung sowie 23 Dozenten und 18 „Kontrollanalytiker“, davon 9 „Lehranalytiker“ der DPG.