Psychoanalytische Psychotherapie

Aus- u. Weiterbildung zum psychoanalytischen Psychotherapeuten

Die Aus- und Weiterbildung im analytisch begründeten Verfahren der psychoanalytischen
Psychotherapie und der psychoanalytisch begründeten tiefenpsychologisch fundierten
Psychotherapie erfolgt nach den Richtlinien der DPG, bestehend aus:

 
  •  Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten (PsychThG) und Psychoanalytiker (DPG, DGPT)
  • Weiterbildung für Ärzte zum Erwerb der Bereichsbezeichnung „Psychoanalyse“ gemäß der hessischen Weiterbildungsordnung (WBO) vom 01.01.1995, in Teilen für den Facharzt für psychotherapeutische Medizin und zum Psychoanalytiker (DPG, DGPT)
 

 

Erster Abschnitt

Ausbildung

1. Zulassungsvoraussetzung

1. Zugangsvoraussetzungen (Ä, D)
1.1 Berufliche Vorbildung
Voraussetzung für die Zulassung für Psychologen ist der Abschluss des Diplom-
Studiengangs Psychologie oder ein in Deutschland anerkannter gleichwertiger
Abschluss des Studiums der Psychologie und für Ärzte ein abgeschlossenes
Medizinstudium.
1.2 Persönliche Eignung
Voraussetzung für die Zulassung ist die persönliche Eignung des Bewerbers für die o.
g. Ausbildung. Zur Feststellung der persönlichen Eignung führen die Lehranalytiker
des Instituts mit dem Bewerber zwei Zulassungsinterviews. Die Lehranalytiker werden
dem Bewerber vom Leiter des Zulassungsausschusses genannt.
1.3 Zulassungsverfahren
Der Leiter des Zulassungsausschusses teilt auf Anfrage mit, welche Bewerbungsunterlagen
erforderlich sind. Die Aufnahme unterliegt einem Zulassungsverfahren, in
dem die persönliche Eignung des Bewerbers festgestellt wird. Nach dem
Zulassungsverfahren wird mit dem Aus- und Weiterbildungsteilnehmer ein
Ausbildungsvertrag abgeschlossen
1.4 Ziel der Ausbildung und Weiterbildung
Die Ausbildung in Psychoanalyse, analytischer und tiefenpsychologisch fundierter
Psychotherapie hat das Ziel, eine umfassende theoretische und praktische
Befähigung zur selbständigen Anwendung psychoanalytischer und psychotherapeutischer
Behandlungsmöglichkeiten zu vermitteln.

2. Gliederung der Ausbildung / Weiterbildung (Ä, D)

2.1 Die Aus- und Weiterbildung erfolgt curricular und erstreckt sich auf die Vermittlung
von eingehenden Grundkenntnissen in wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen
Verfahren sowie auf eine vertiefte Ausbildung in analytischer
Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie. Sie wird auf der
Grundlage des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes praxisnah und patientenbezogen
gelehrt.
2.2 Das Ziel ist die Aus- bzw. Weiterbildung in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation
von Patienten mit krankheitswertigen Störungen, bei denen Psychotherapie indiziert
ist, und die Therapie von Patienten, deren körperliche Erkrankungen psychisch
bedingt sind sowie bei Patienten, deren seelische Störungen Begleiterscheinungen
und Folgen von körperlichen Erkrankungen sind (unter Berücksichtigung der
ärztlichen Befunde zum körperlichen Status und der sozialen Lage des Patienten).
2.3 Die Aus- und Weiterbildung wird in Teilzeitform (berufsbegleitend) durchgeführt und
dauert mindestens 5 Jahre. Sie umfasst insgesamt mindestens 4200 Stunden. Sie
besteht aus vier Teilen:
a) einem externen Praktikum
b) einer theoretischen Ausbildung
c) einer praktischen Ausbildung mit Krankenbehandlungen unter Supervision sowie
d) einer Selbsterfahrung, die zur Reflexion eigenen therapeutischen Handelns
befähigen soll (Lehranalyse).
Sie schließt mit Bestehen der staatlichen Prüfung bzw. der Institutsprüfung für die
ärztlichen Weiterbildungsteilnehmer ab.
2.4 Die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an den Aus- und
Weiterbildungsveranstaltungen nach Absatz 2.3 wird jeweils von den Dozenten im
Studienbuch testiert und ist am Schluss durch eine Bescheinigung nach dem Muster
der Anlage 2 (siehe PsychTh-APrV) nachzuweisen.

3. Externes Praktikum (D)

3.1 Die praktische Tätigkeit dient dem Erwerb von Erfahrungen in der Behandlung von
Patienten mit krankheitswertigen Störungen sowie dem Erwerb von Kenntnissen über
Störungsbilder bei Patienten, bei denen Psychotherapie indiziert ist. Die praktische
Tätigkeit umfasst mindestens 1800 Stunden und ist in Abschnitten von jeweils
mindestens drei Monaten abzuleisten. Sie erfolgt für mindestens 1200 Stunden in
einer psychiatrisch-klinischen Einrichtung, die im Sinne des ärztlichen
Weiterbildungsrechtes zur Weiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie
ermächtigt ist oder die von der nach § 10 Absatz 4 PsychThG zuständigen Behörde
als gleichwertige Einrichtung anerkannt wurde.
Das externe Praktikum soll vor oder im ersten Abschnitt der Ausbildung durchgeführt
werden und kann für mindestens 600 Stunden an einer von einem
Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder
psychosomatischen Versorgung, in der Praxis eines Arztes mit Supervisoren
qualifikation und einer seitens der Ärztekammer anerkannten Weiterbildung in der
Psychotherapie oder eines Psychologischen Psychotherapeuten mit
Supervisorenqualifikation erfolgen.
3.2.1 Die praktische Tätigkeit steht unter fachkundiger Anleitung und Aufsicht. Während
der praktischen Tätigkeit in der psychiatrisch-klinischen Einrichtung ist der
Ausbildungsteilnehmer jeweils über einen längeren Zeitraum an der Diagnostik und
der Behandlung von mindestens 30 Patienten zu beteiligen. Bei mindestens 4
Patienten sind die Familie oder andere Sozialpartner des Patienten einzubeziehen.
Dabei hat der Ausbildungsteilnehmer Kenntnisse und Erfahrungen über die akute,
abklingende und chronifizierte Symptomatik psychiatrischer Erkrankungen von
Patienten zu erwerben. Die Patientenbehandlungen sind fallbezogen und unter
Angabe von Umfang und Dauer zu dokumentieren

4. Theoretische Ausbildung (Ä, D)

Das Curriculum für die theoretische Aus- und Weiterbildung umfasst sämtliche
Lehrinhalte, die Gegenstand der Anlage 1 (zu § 3 Abs. 1, PsychTh-APrV) sind:
Grundkenntnisse in wissenschaftlich anerkannten Verfahren und Spezialkenntnisse in
der vertieften Ausbildung in analytische begründeten Verfahren (analytische und
tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie). Die Bezeichnungen der einzelnen
Lehrinhalte folgen der Terminologie und den Erfordernissen des vertieften
Verfahrens. Die theoretische Aus- und Weiterbildung umfasst mindestens 800
Stunden und erstreckt sich auf die zu vermittelnden Grundkenntnisse für die
psychotherapeutische Tätigkeit sowie im Rahmen der vertieften Ausbildung auf
Spezialkenntnisse in psychoanalytisch begründeten Verfahren. Sie findet in Form von
Vorlesungen, Seminaren und praktischen Übungen statt. In den Seminaren werden
die in den Vorlesungen und praktischen Übungen vermittelten Ausbildungsinhalte der
Anlage 1 vertiefend und anwendungsbezogen erörtert. Es werden insbesondere
psychologische, psychopathologische und medizinische Zusammenhänge
herausgearbeitet. Während der Seminare wird auch die praktische
psychotherapeutische Arbeit mit Patienten vorgestellt. Die Zahl der Aus- und
Weiterbildungsteilnehmer an einem Seminar soll 15 nicht überschreiten. Die
praktischen Übungen umfassen Falldarstellungen und Behandlungstechniken der
psychotherapeutischen Arbeit mit Patienten. Dabei sind die Belange des Patienten zu
berücksichtigen. Praktische Übungen werden, soweit der Lehrstoff dies erfordert, in
kleinen Gruppen durchgeführt.

5. Anamnesenerhebung (Ä,D)

Nach Abschluss des 1. Semesters kann mit der Anamnesenerhebung unter
Supervision begonnen werden. Es sind 20 psychoanalytische Erstinterviews /
tiefenpsychologisch fundierte Anamnesen zu erheben. Jede einzelne Anamnese
bedarf der Kontrolle des Zweitsichters und der Anerkennung durch seine Unterschrift
im Studienbuch. Mindestens 2 der ersten 8 Anamnesen sollen mit Patientenvorstellung
erfolgen. Nach den ersten 8 Anamnesen stellt der Aus- oder Weiterbildungskandidat
den Antrag auf Zulassung zu weiteren Anamnesenerhebungen. Der
Zweitsichter der 8. Anamnese holte die Voten der vorherigen Zweitsichter ein und
gibt Rückmeldung an den Leiter des Ausbildungsausschusses. Die Anamnesen
sollen bei verschiedenen Zweitsichtern vorgestellt werden und bei Patienten mit
unterschiedlichen Störungsbildern erhoben werden.

6. Prüfungen am Institut (Ä,D)

6 a) Zwischenkolloquium

Vor Übernahme des ersten Behandlungsfalles unter Supervision ist eine mündliche Zwischenprüfung (Zwischenkolloquium) durchzuführen. Die Zulassung zur Zwischenprüfung erfolgt im Ausbildungsausschuss nach schriftlichem Antrag des Aus- und Weiterbildungsteilnehmers. Die Zwischenprüfung wird von einer Prüfungskommission durchgeführt, die vom Leiter des Ausbildungsausschusses eingesetzt wird. Die Entscheidung über Bestehen oder Nichtbestehen erfolgt am Ende der Prüfung und wird durch den Leiter des Ausbildungsausschusses schriftlich bestätigt. Um zur Zwischenprüfung zugelassen zu werden sind erforderlich
1. Lehranalyse von mindestens 150 Stunden,
2. eine aktive Beteiligung an Vorlesungen, Übungen, Seminaren und Kolloquien mit
in der Regel wenigstens 260 nachgewiesenen Theoriestunden,
3. eine selbständige erfolgreiche Erhebung von mindestens 20 psychoanalytischen Erstinterviews / tiefenpsychologisch fundierten Anamnesen unter Supervision, die zur Zweitsicht schriftlich vorzulegen sind.

Nach bestandener Zwischenprüfung wird der Kandidat Praktikant mit der Berechtigung, zwei Behandlungsfälle zu übernehmen.

6 b) Abschlusskolloquium

Der Zugang zu den psychoanalytischen Fachgesellschaften (DPG/DGPT sowie andere) setzt die Mitgliedschaft am Institut voraus, für welche das Bestehen des institutsinternen Abschlusskolloquiums Voraussetzung ist.
Mit dem Antrag auf Zulassung zur Abschlussprüfung sind folgende Unterlagen einzureichen:
1. der Nachweis über die mit Erfolg abgelegte staatliche Abschlussprüfung. Für Mediziner, die die staatliche Abschlussprüfung nicht absolvieren müssen gilt die Vorlage der unter Punkt a) aufgeführten Nachweise.
2. eine schriftliche Falldarstellung einer psychoanalytischen Behandlung von mindestens drei Stunden/Woche und eine wissenschaftliche Abhandlung über ein Thema der Psychoanalyse, die in die Falldarstellung integriert sein kann,
3. der Nachweis über die eingezahlte Prüfungsgebühr.
Das Prüfungsgremium setzt sich aus Mitgliedern des Ausbildungsausschusses und aus Lehr- und Kontrollanalytikern des Instituts zusammen, die vom Ausbildungsausschuss benannt werden. Die Prüfung wird dokumentiert. Das Prüfungsergebnis wird dem/der Studierenden unmittelbar im Anschluss an die Prüfung mündlich mitgeteilt und später schriftlich bestätigt.
Nach bestandener Prüfung erhält der/die Studierende ein Zeugnis über die erfolgreiche Beendigung der Ausbildung und kann damit einen Antrag auf Mitgliedschaft am Institut stellen.

7. Praktische Ausbildung (Ä, D)

7.1 Schweigepflicht
Die Aus- und Weiterbildungsteilnehmer stehen hinsichtlich aller Inhalte, die Patienten
betreffen, unter gesetzlicher Schweigepflicht, die auch nach Beendigung der Aus- und
Weiterbildung andauert. Die Schweigepflicht wird durch die Unterschrift auf der
letzten Seite des Studienbuches anerkannt. Diese Schweigepflichtserklärung ist vor
der ersten Anamnesenerhebung dem Leiter des Ausbildungsausschusses
zuzuschicken.
7.2 Berufshaftpflichtversicherung
Die Aus- und Weiterbildungsteilnehmer verpflichten sich, vor Beginn der ersten
Anamnesenerhebung eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen.
7.3 Organisation der praktischen Ausbildung
Die praktische Ausbildung dient dem Erwerb sowie der Vertiefung von eingehenden
Kenntnissen und praktischen Kompetenzen für die Behandlung von Patienten in
analytischer und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie. Sie umfasst
mindestens 900 Behandlungsstunden bei mindestens 9 Patienten, darunter
mindestens je zwei psychoanalytische Langzeitbehandlungen mit mindestens je 240
Stunden und zwei tiefenpsychologisch fundierte Behandlungen mit mindestens je 80
Stunden. Weiterhin beinhaltet die praktische Aus- und Weiterbildung mindestens 225
Stunden Supervision, von denen mindestens 150 als Einzelsupervision
durchzuführen sind. In der Weiterbildung der Ärzte genügen 600
Behandlungsstunden unter Supervision mit mindestens 6 Patientenbehandlungen
sowie mindestens 150 Supervisionsstunden (davon mindestens 100
Einzelsupervisionen). Bei der Zuweisung von Behandlungsfällen ist zu
gewährleisten, dass die Aus- und Weiterbildungsteilnehmer über das Spektrum von
Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist, eingehende
Kenntnisse und Erfahrungen erwerben können.
7.4 Die Supervision – auch Kontrollanalyse genannt – soll dem Behandler
prozessbegleitend helfen, aus einem mehrschichtigen Verständnis der
therapeutischen Beziehung heraus zu situationsangemessenen Interventionen zu
finden. Die Arbeitsform der Supervisionsgruppe ergänzt die dyadisch organisierte
Einzelsupervision durch multilaterale Interaktionen und gibt u. a. Gelegenheit zur
vergleichenden Selbstbeurteilung. In der Supervision erfolgen qualitative
Bewertungen. Supervisoren sind in dieser Hinsicht gegenüber dem
Ausbildungsausschuss mitteilungspflichtig.
Die Supervisionsstunden sind bei mindestens 3 Supervisoren abzuleisten und auf die
Behandlungsstunden, mindestens in einem Verhältnis von 1: 4 zu verteilen. Bei
Gruppensupervision sollte die Gruppe maximal aus vier Teilnehmern bestehen.
7.5 Der Praktikant ist verpflichtet, am Ende jedes Quartals dem Leiter des
Ausbildungsausschusses die Anzahl der Behandlungs- und Supervisionsstunden. Pro
Behandlungsfall sind die Namen der Supervisoren schriftlich mitzuteilen.
Über die mindestens 6 bzw. 9 Behandlungen sind schriftliche Falldarstellungen zu
erstellen. Sie sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigen, die
Diagnostik, Indikationsstellung und eine Evaluation der Therapieergebnisse
einschließen, sowie den Behandlungsverlauf und die Behandlungstechnik in
Verbindung mit der Theorie aufzeigen. Sie werden vom Supervisor unterzeichnet,
wenn sie akzeptiert werden.
7.6 Kasuistiken
Der Praktikant ist verpflichtet, bis zum Ende der Aus- und Weiterbildung regelmäßig
an den kasuistisch-technischen Seminaren und Seminaren zur Behandlungstechnik
teilzunehmen.
Erste Kasuistik (Probefallkasuistik)
Im Rahmen eines kasuistisch-technischen Seminars wird die Behandlung eines der
ersten beiden Patienten dargestellt. Bei der psychoanalytischen Aus- und
Weiterbildung ist die Darstellung eines therapeutischen Prozesses von mindestens
50 Therapiestunden einer analytischen Psychotherapie erforderlich. Bei der
tiefenpsychologisch fundierten Ausbildung ist die Darstellung eines therapeutischen
Prozesses von ca. 20 Therapie-stunden einer tiefenpsychologisch fundierten
Psychotherapie erforderlich. Die Beurteilung der Behandlungskompetenz des
Praktikanten erfolgt durch die die Kasuistik abnehmenden zwei Dozenten mit
Supervisorenstatus. Diese teilen ihre Voten dem Ausbildungsausschuss mit. Der
Ausbildungsausschuss entscheidet danach über die Übernahme weiterer
Behandlungsfälle. Bei Nichtbestehen kann die erste Kasuistik einmal wiederholt
werden.
Mindestens vier weitere Kasuistiken finden unter den gleichen Bedingungen wie die
erste Kasuistik statt. Eine der Kasuistiken bezieht sich auf einen Behandlungsverlauf
von mindestens 150 Behandlungsstunden bei einer analytischen Psychotherapie und
bei einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie umfasst eine Kasuistik
mindestens 50 Behandlungsstunden. Die Kasuistiken können bei Nichtbestehen
wiederholt werden.

8. Lehranalyse (Ä, D)

Bedeutung der Lehranalyse
Die persönliche Analyse ist grundlegender Bestandteil der analytischpsychotherapeutischen
und tiefenpsychologisch fundierten Aus- und Weiterbildung.
Sie ist eine Selbsterfahrung in der psychoanalytischen Grundmethode mit
wissenschaftlich didaktischer Funktion. Sie ist entwicklungsfördernd und soll eine
grundlegende Erfahrung mit regressiven Prozessen ermöglichen. Sie soll die
Persönlichkeitsentwicklung fördern und dient darüber hinaus der Betrachtung des
individuellen analytischen Prozesses unter Bezugnahme auf das psychoanalytische
Theoriesystem. Zur selbständigen Ausübung von Psychoanalyse und
Psychotherapie ist eine längere, die gesamte Aus- und Weiterbildung begleitende
Lehranalyse erforderlich.
Rahmenbedingungen
Die Lehranalyse soll die gesamte Aus- und Weiterbildung begleiten und in der Regel
mindestens 3 Wochenstunden umfassen. Sie umfasst mindestens 350 Stunden. Sie
soll baldmöglichst bei einem vom Institut anerkannten Lehranalytiker begonnen
werden. Bei der Anmeldung zu Zwischenprüfung sollten mindestens 150 Stunden
Lehranalyse absolviert sein.
Zwischen Analysanden und Lehranalytikern dürfen keine verwandtschaftlichen
Beziehungen und keine wirtschaftlichen und dienstlichen Abhängigkeiten bestehen.
Lehranalytiker unterliegen gegenüber dem Lehrinstitut der Schweigepflicht und
bescheinigen lediglich Dauer und Stundenzahl. Sie beteiligen sich nicht an Beurteilungen
und Prüfungen ihrer Lehranalysanden. Über Unterbrechungen bzw. die
Beendigung der Lehranalyse muss der Lehranalysand den Leiter des Ausbildungsausschusses
unterrichten.

 

Zweiter Abschnitt

1. Allgemeine Prüfungsbestimmungen (D)

1 Zulassung zur Prüfung
1.1.1 Die zuständige Behörde entscheidet auf Antrag des Prüflings über die Zulassung zur
staatlichen Prüfung und setzt den Prüfungstermin in Absprache mit der Leitung der
Ausbildungsstätte fest. Die Prüfungstermine sollen nicht früher als zwei Monate vor
dem Ende der Ausbildung (die mindestens 5 Jahre dauert) liegen.
1.1.2 Die Zulassung zur Prüfung wird erteilt, wenn folgende Nachweise vorliegen:
1. die Geburtsurkunde oder ein Auszug aus dem Familienbuch der Eltern, bei
Verheirateten die Heiratsurkunde oder ein Auszug aus dem für die Ehe geführten
Familienbuch oder jede sonstige Urkunde, die eine Namensänderung zur Folge
hat.
2. der Nachweis über die bestandene Abschlussprüfung im Studiengang
Psychologie, die das Fach klinische Psychologie einschließt oder eine
Bescheinigung über einen Abschluss des Medizinstudiums
3. die Bescheinigung über die Teilnahme an den Ausbildungsveranstaltungen und
4. zwei wissenschaftlich ausgearbeitete Falldarstellungen, die von der
Ausbildungsstätte als Prüfungsfall angenommen wurden. Eine der
Falldarstellungen sollte wissenschaftlich-psychoanalytisch ausgearbeitet und
diskutiert werden
5. die Zulassung zur Prüfung und die Prüfungstermine sollen dem Prüfling
spätestens zwei Wochen vor Prüfungsbeginn schriftlich mitgeteilt werden.
6. Entrichtung der Examensgebühr
Die Höhe der Gebühren sowohl für die Zwischenprüfung als auch für das
Abschlussexamen werden vom Institut festgelegt und sind aus der jeweils aktuellen
Gebührenübersicht zu ersehen bzw. in der Geschäftsstelle zu erfragen.
1.2 Staatliche Prüfung
1.2.1 Die staatliche Prüfung nach § 5, Absatz 1, Satz 2 des PsychThG umfasst einen
schriftlichen und einen mündlichen Teil.
1.2.2 Der Prüfling legt die Prüfung unter Aufsicht der zuständigen Behörde ab.
1.3 Prüfungskommission
1.3.1 Die Prüfung wird vor einer staatlichen Prüfungskommission abgelegt. Die
Prüfungskommission besteht aus folgenden Mitgliedern, von denen zwei keine
Lehrkräfte der Ausbildungsstätte sein dürfen, an der die Ausbildung durchgeführt
wurde:
1. einem Psychologischen Psychotherapeuten, der in tiefenpsychologisch fundierter
und analytischer Psychotherapie qualifiziert ist und als Supervisor anerkannt ist,
als Vorsitzenden
2. mindestens zwei weiteren Psychologischen Psychotherapeuten, die in
tiefenspychologisch fundierter und analytischer Psychotherapie als Supervisor
qualifiziert sind
3. einem Facharzt für psychiatrisch-psychotherapeutische Medizin, der an der
Weiterbildungsstätte lehrt und supervidiert
Der Lehranalytiker des Prüflings darf der Prüfungskommission nicht angehören.
1.3.2 Jedes Mitglied der Prüfungskommission hat einen oder mehrere Stellvertreter. Die
Prüfungskommission und ihre Stellvertreter werden von der zuständigen Behörde
bestellt.
1.3.3 Niederschrift
Über die Prüfung wird ein Protokoll verfasst, aus dem Gegenstand, Ablauf und
Ergebnisse der Prüfung und etwa vorkommende Unregelmäßigkeiten hervor-gehen.
Es wird von allen Mitgliedern der Prüfungskommission unterzeichnet.
1.3.4 Benotung
Die schriftliche Aufsichtsarbeit und die Leistungen der mündlichen Prüfungen werden
wie folgt benotet:
„sehr gut“ (1), wenn die Leistung hervorragend ist
„gut“ (2), wenn die Leistung erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen
liegt,
„befriedigend“ (3), wenn die Leistung in jeder Hinsicht durchschnittlichen
Anforderungen gerecht wird,
„ausreichend“ (4), wenn die Leistung trotz Mängeln noch den Anforderungen genügt,
„mangelhaft“ (5), wenn die Leistung wegen erheblicher Mängel den Anforderungen
nicht mehr genügt,
„ungenügend“ (6), wenn die Leistung unbrauchbar ist
1.4 Bestehen und Wiederholung der Prüfung
1.4.1 Die Prüfung ist bestanden, wenn jeder der beschriebenen Prüfungsteile bestanden
ist.
1.4.2 Über die bestandene staatliche Prüfung wird ein Zeugnis nach dem Muster der
Anlage 3 (siehe PsychTh-APrV) erteilt. Über das Nichtbestehen erhält der Prüfling
vom Vorsitzenden der Prüfungskommission eine schriftliche Mitteilung, in der die
Prüfungsnoten angegeben werden
1.4.3 Der Prüfling kann die schriftliche Prüfung und die mündliche Prüfung jeweils zweimal
wiederholen, wenn er die Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ erhalten hat. Eine
Fortsetzung der Ausbildung ist danach nicht mehr zulässig.
1.4.4 Hat der Prüfling die mündliche Prüfung oder die gesamte Prüfung zu wiederholen, so
wird er zu den Wiederholungsprüfungen nur zugelassen, wenn er an einer weiter
praktischen Ausbildung teilgenommen hat, deren Dauer und Inhalt von der
zuständigen Behörde bestimmt werden. Dem Antrag des
Prüflings auf Zulassung zu den Wiederholungsprüfungen ist jeweils ein Nachweis
über die weitere Ausbildung sowie mindestens eine wissenschaftlich ausgearbeitete
Falldarstellung, die von der Ausbildungsstätte als Prüfungsfall angenommen wurde,
beizufügen. Die Wiederholungsprüfung soll jeweils spätestens 6 Monate nach der
letzten Prüfung abgeschlossen sein.
1.5 Rücktritt von der Prüfung
1.5.1 Tritt ein Prüfling nach seiner Zulassung von der Prüfung zurück, so hat er die Gründe
für seinen Rücktritt unverzüglich der zuständigen Behörde schriftlich mitzuteilen.
Genehmigt die zuständige Behörde den Rücktritt, so gilt die Prüfung als nicht
unternommen. Die Genehmigung ist nur zu erteilen, wenn wichtige Gründe vorliegen.
Im Falle einer Krankheit kann die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung verlangt
werden.
1.5.2 Wird die Genehmigung für den Rücktritt nicht erteilt oder unterlässt es der Prüfling,
die Gründe für seinen Rücktritt unverzüglich mitzuteilen, so gilt die Prüfung als nicht
bestanden (Punkt 1.4.3 gilt entsprechend).
1.6 Versäumnisfolgen
1.6.1 Versäumt ein Prüfling einen Prüfungstermin, gibt er die Aufsichtsarbeit nicht oder
nicht rechtzeitig ab oder unterbricht er die Prüfung, so gilt die Prüfung als nicht
bestanden, wenn nicht ein wichtiger Grund vorliegt (Punkt 1.4.3 gilt entsprechend).
Liegt ein wichtiger Grund vor, so gilt die Prüfung als nicht unternommen.
1.6.2 Die Entscheidung darüber, ob ein wichtiger Grund vorliegt, trifft die zuständige
Behörde (Punkt 1.4.3 gilt entsprechend).
1.7 Ordnungsverstöße und Täuschungsversuche
Die zuständige Behörde kann bei Prüflingen, die die ordnungsgemäße Durchführung
der Prüfung in erheblichem Maße gestört oder sich eines Täuschungsversuches
schuldig gemacht haben, den betreffenden Teil der Prüfung für nicht bestanden
erklären (Punkt 1.4.3 gilt entsprechend). Eine solche Entscheidung ist nur bis zum
Abschluss der gesamten Prüfung zulässig.
1.8 Unterbrechung der Ausbildung
Auf die Dauer der Ausbildung werden angerechnet:
1. eine ausbildungsfreie Zeit von bis zu 6 Wochen jährlich und
2. Unterbrechungen durch Krankheit oder aus anderen, vom Ausbildungsteilnehmer
nicht zu vertretenden Gründen; bei Ausbildungsteilnehmerinnen auch
Unterbrechungen durch Schwangerschaft entsprechend dem Mutterschutzgesetz.
Auf Antrag können auch darüber hinausgehende Fehlzeiten berücksichtigt
werden, soweit eine besondere Härte vorliegt und das Erreichen des
Ausbildungszieles durch die Anrechnung nicht gefährdet wird.
1.9 Beendigung der Ausbildung ohne Examen (Ä, D)
Ausbildungsteilnehmer können die Ausbildung durch entsprechende schriftliche
Mitteilung zum jeweiligen Semesterende kündigen.
Das Institut ist berechtigt, aus wichtigem Grund einen Teilnehmer von der Ausbildung
auszuschließen, z. B. wenn sich im Ausbildungsverlauf schwerwiegende Bedenken
hinsichtlich der persönlichen und fachlichen Eignung ergeben oder bei grobem
Verstoß gegen die Berufsethik oder die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung.

2. Schriftlicher Teil der Prüfung (D)

2.1 Der schriftliche Teil der Prüfung erstreckt sich auf die Kenntnisse in den
wissenschaftlich- psychoanalytisch begründeten Verfahren (Anlage 1) Der Prüfling
hat in einer 120 Minuten dauernden Klausurarbeit schriftlich gestellte Fragen zu
beantworten. Die Aufsichtsführenden werden von der zuständigen Stelle bestimmt.
2.2 Die Aufgaben für die Aufsichtsarbeit werden vom Vorsitzenden der
Prüfungskommission auf Vorschlag der Prüfungskommission ausgewählt. Die
Aufsichtsarbeit ist von mindestens 2 Mitgliedern der Prüfungskommission zu benoten.
Aus den Noten der Prüfer bildet der Vorsitzende der Prüfungskommission im
Benehmen mit den Prüfern die Prüfungsnote für die Aufsichtsarbeit. Der schriftliche
Teil der Prüfung ist bestanden, wenn die Aufsichtsarbeit mindestens mit
„ausreichend“ bewertet wird.

3. Mündlicher Teil der Prüfungen (D)

3.1 Der mündliche Teil der Prüfungen erstreckt sich unter besonderer Berücksichtigung
der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Psychotherapie auf folgende
Inhalte:
1. Ätiologie, Pathogenese und Aufrechterhaltung von Störungen nach § 1, Absatz 3,
Satz 1 des PsychThG
2. Theoretische Grundlagen und klinisch-empirische Befunde zu wissenschaftlich
anerkannten psychotherapeutischen Verfahren
3. Kriterien der generellen und differentiellen Indikation in den wissenschaftlich
anerkannten psychotherapeutischen Verfahren und Methoden einschließlich der
Evaluation von Behandlungsverläufen sowie
4. Theorie und Praxis der Therapeuten-Patienten-Beziehung.
3.2 In der mündlichen Prüfung hat der Prüfling anhand mindestens eines Falles
nachzuweisen, dass er über das für einen Psychologischen Psychotherapeuten
erforderliche eingehende Wissen und Können verfügt, in der Lage ist, die während
der Ausbildung erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in der
beruflichen Praxis anzuwenden und zu eigenständiger, wissenschaftlich begründeter
Diagnostik und psychotherapeutischer Krankenbehandlung befähigt ist. Der Prüfling
soll insbesondere zeigen, dass er
1. die Technik der Anamnesenerhebung und der psychodiagnostischen
Untersuchungsmethoden beherrscht und ihre Resultate zu beurteilen vermag,
2. die Informationen, die zur Erstellung der Diagnose erforderlich sind, gewinnen,
ihre unterschiedliche Bedeutung und Gewichtung für die Diagnosestellung
erkennen und im Rahmen differentialdiagnostischer Überlegungen unter
Berücksichtigung des körperlichen Status und der sozialen Lebensbedingungen
des Patienten kritisch verwenden kann,
3. ätiologische Zusammenhänge vor dem Hintergrund seiner Kenntnisse der
Psychopathologie erkennen kann,
4. die generelle und differentielle Indikation zur Psychotherapie stellen kann und
dabei die Grundkenntnisse in denjenigen Verfahren, die nicht Gegenstand der
vertieften Ausbildung waren, berücksichtigen kann,
5. über vertiefte Kenntnisse und eingehende Fertigkeiten in tiefenpsychologisch
fundierter und analytischer Psychotherapie verfügt,
6. befähigt ist, die Therapeuten-Patienten-Beziehung in ihren zentralen Aspekten zu
handhaben,
7. die erworbenen Grundkenntnisse in Prävention und Rehabilitation fallbezogen
anzuwenden vermag sowie
8. die allgemeinen, berufsrechtlichen und ethischen Regeln psychotherapeutischen
Verhaltens kennt und anzuwenden weiß.
3.3 Der mündliche Teil der Prüfung besteht aus zwei Abschnitten. Der erste Abschnitt
wird als Einzelprüfung durchgeführt und soll 30 Minuten dauern, in denen der
Prüfungsfall nach 4.2 Satz 1 mit dem Prüfling erörtert wird. Hierbei können
Ausbildungsteilnehmer und Mitglieder des Instituts als Zuhörer zugelassen werden.
Der zweite Abschnitt wird als Gruppenprüfung in Gruppen mit bis zu 4 Prüflingen
durchgeführt und soll 120 Minuten dauern. Die Dauer der Prüfung reduziert sich
entsprechend der Zahl der Prüflinge. Die mündliche Prüfung wird vom Vorsitzenden
der Prüfungskommission geleitet. Die Prüfungskommission ist während der gesamten
Dauer der mündlichen Prüfung zur Anwesenheit verpflichtet. Jedes Mitglied der
Prüfungskommission ist berechtigt, Fragen an den Prüfling zu stellen.
3.4 Jeder Abschnitt des mündlichen Teils der Prüfung ist von jedem Mitglied der
Prüfungskommission zu benoten. Aus den Noten der Prüfer bildet der Vorsitzende
der Prüfungskommission im Benehmen mit den Prüfern die Note für den jeweiligen
Abschnitt der mündlichen Prüfung sowie aus den Noten der beiden Abschnitte die
Prüfungsnote für den mündlichen Teil der Prüfung. Der mündliche Teil der Prüfung ist
bestanden, wenn jeder Abschnitt mit mindestens „ausreichend“ bewertet wird und die
Prüfungsnote mindestens „ausreichend“ ist.
3.5 Die zuständige Behörde kann zum mündlichen Teil der Prüfung Beobachter entsenden.
Der Vorsitzende der Prüfungskommission kann auf begründeten Antrag die
Anwesenheit von Zuhörern beim mündlichen Teil der Prüfung gestatten. Er hat zu Beginn
der Prüfung alle Anwesenden auf die Schweigepflicht hinzuweisen. Bei Bekanntgabe
des Prüfungsergebnisses ist die Anwesenheit von Zuhörern nicht gestattet.

 

Dritter Abschnitt

1. Abschlussexamen für Ärzte (Ä)

1.1 Nach Erfüllung der oben genannten Voraussetzung – Lehranalyse, theoretische und
praktische Ausbildung – kann die schriftliche Meldung zum Abschlussexamen
erfolgen. Sie ist an den zuständigen Leiter des Ausbildungsausschusses zu richten.
1.2 Folgende Unterlagen sind bei der Meldung erforderlich:
– das vollständig ausgefüllte Studienbuch
– der Nachweis über eine einjährige klinisch-psychiatrische Erfahrung, mindestens
aber über entsprechende Kenntnisse in der Psychiatrie
– die schriftliche Darstellung einer durchgeführten psychoanalytischen Behandlung
mit ausführlicher Diskussion der zur Problematik des Falles gehörenden
psychoanalytischen Literatur und der entsprechenden Thematik und einer
zweiten Falldarstellung mit einer gesonderten wissenschaftlichpsychoanalytischen
Ausarbeitung. Die beiden schriftlichen Arbeiten sind in jeweils
12-facher Ausfertigung vorzulegen.
1.3 Wird eine schriftliche Arbeit nicht anerkannt, so besteht die Möglichkeit der erneuten
Bewerbung nach spätestens 2 Jahren.
1.4 Nach Anerkennung der schriftlichen Arbeit teilt der Leiter des Ausbildungsausschusses
dem Prüfling die Zulassung zum Abschlusskolloquium mit. Er setzt den
Prüfungstermin fest, der frühestens 4 Wochen nach dem Zulassungstermin liegt und
benennt einen Prüfungsausschuss. Dieser besteht aus dem Prüfungsvorsitzenden,
der vom Leiter des Ausbildungsausschusses bestimmt wird, mindestens zwei
ärztlichen Psychoanalytikern mit Supervisorenqualifikation und einem Protokollführer.
1.5 Das Abschlusskolloquium dauert pro Weiterbildungsteilnehmer mindestens 75
Minuten. Zwei Weiterbildungsteilnehmer können es auf Antrag zusammen ablegen.
Mindestens zwei Prüfer mit Supervisorenqualifikation nehmen das Examen ab. Es
umfasst:
– den freien Vortrag von maximal 30 Minuten über einen Aspekt des schriftlich
dargestellten Behandlungsverlaufs mit anschließender Diskussion und
– ein Kolloquium zum Nachweis vertieften Verständnisses psychoanalytischer und
tiefenpsychologisch fundierter Theorie und Behandlungstechnik.
1.6 Der Prüfungsausschuss beschließt nach dem Abschlusskolloquium in
nichtöffentlicher Beratung über das Bestehen oder Nichtbestehen. Der
Prüfungsvorsitzende teilt dem Kandidaten im Beisein des Prüfungsausschusses das
Ergebnis mit. Er unterzeichnet neben dem Protokollanten das Protokoll nach Eintrag
des Ergebnisses.
1.7 Bei Bestehen erhält der Bewerber eine Urkunde, die ihm den erfolgreichen
Weiterbildungsabschluss und die Befähigung zur selbständigen psychoanalytischen/
tiefenpsychologisch fundierten Behandlung von Patienten bestätigt.
1.8 Bei Nichtbestehen kann das Abschlusskolloquium frühestens nach 6 Monaten,
spätestens nach zwei Jahren wiederholt werden.
1.9 Beendigung der Weiterbildung ohne Examen
Der Ausbildungsvertrag kann von dem Aus- und Weiterbildungsteilnehmer und der
Ausbildungsstätte jeweils 3 Monate vor Beginn des nächsten Semesters schriftlich
gekündigt werden.
Voraussetzung dafür ist eine persönliche Unterredung mit der/der Leiter/in des
jeweiligen Ausbildungsausschusses.
Das Institut ist berechtigt, aus wichtigem Grund einen Teilnehmer von der Weiterbildung
auszuschließen, z. B. wenn sich im Verlauf der Weiterbildung
schwerwiegende Bedenken hinsichtlich der persönlichen und fachlichen Eignung
ergeben oder bei grobem Verstoß gegen die Berufsethik oder die Weiterbildungsund
Prüfungsverordnung.

 

Vierter Abschnitt

1. Approbationserteilung (D)

Antrag auf Approbation
Nach bestandener Abschlussprüfung kann beim Landesamt für Heilberufe der Antrag
auf Approbation gestellt werden. Genauere Informationen sind dem § 19 ff der
PsychTh-APrV zu entnehmen. Die Aufnahme in die Deutsche Psychoanalytische
Gesellschaft (DPG) erfolgt gemäß den Satzungen der DPG und der Kasseler DPG Arbeitsgruppe.

2. Prüfung zur Erreichung der Bereichsbezeichnung Psychoanalyse (Ä)

Die vom Institut angebotene Ausbildung zum Psychoanalytiker erfüllt auch die
Voraussetzungen für den Erwerb der Bereichsbezeichnung „Psychoanalyse“, der von
der Hessischen Landesärztekammer vergeben wird. Wegen der praktisch fast
identischen Anforderungen mit dem Abschlusskolloquium der Ausbildung zum
Psychoanalytiker werden die Prüfung zur Bereichsbezeichnung „Psychoanalyse“ für
Ärzte und das Abschlusskolloquium der Ausbildung zum Psychoanalytiker für
Psychologen in der Regel zusammengelegt. In diesem Falle müssen in der
Prüfungskommission mindestens zwei ärztliche Psychoanalytiker mit
Supervisorenqualifikation aus dem Ausbildungsausschuss sein. Die
Informationspflicht über die jeweiligen Anforderungen der Hessischen
Landesärztekammer zur Bereichsbezeichnung „Psychoanalyse“ liegt bei den
ärztlichen Kandidaten.
Nach bestandener Prüfung kann die Aufnahme in die Deutsche Psychoanalytische
Gesellschaft beantragt werden. Die Aufnahme in die DPG erfolgt gemäß den
Satzungen der DPG und der Kasseler DPG-Arbeitsgruppe.

3. Geltung der Aus- u. Weiterbildungs-bzw.PrüfungsVo; Übergangsbestimmungen (D)

Diese Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Prüfungsverordnung tritt mit dem 1. Juli
1999 in Kraft. Für Ausbildungskandidaten, die ihre Ausbildung vor dem 1. Juli 1999
begonnen haben, gilt weiter die Studien- und Prüfungsordnung des Instituts (Stand:
Oktober 1997)
Diplompsychologen, die den Status eines Psychologischen Therapeuten erwerben
wollen, können bis zum 31. Dezember 2003 nach der alten Studien- und
Prüfungsordnung geprüft werden. Anschließend sind für die Abschlussprüfung als
Psychologischer Psychotherapeut die Bestimmungen der PsychTh-APrV
maßgebend.